Scott MacLeod
Meeting with the Goddesses

16. Juni bis 8. Juli 2007, Mittwoch bis Freitag, 16.00 bis 19.00 Uhr
Eröffnung Freitag, 15.06. , 20.00 Uhr
Der kanadische Künstler Scott MacLeod (geb. 1965) legt sich nicht auf ein Genre fest: Musik, Malerei, Film, Vorträge, Performance – er macht fast alles.
Im vergangenen Jahr drehte er in Berlin den Dokumentarfilm: „After the war with Hannelore“, der die Nachkriegsgeschichte einer Berlinerin erzählt zu der er ein besonderes, persönliches Verhältnis hat. Der 30minütige Blick eines Kanadiers auf die Jahre 1945 bis 1982 in Berlin, der zum ersten Mal außerhalb Kanadas gezeigt wird.
Außerdem bringt Scott MacLeod Gemälde mit: Ein Zyklus mit Göttinnen, mythische Archetypen, den er „Meeting with the Goddess“ nennt.
Dazu noch eine neue CD mit dem Soundtrack des Films, die er auch live bei der Eröffnung spielt.

Die Praxis Hagen stellt am 15. Juni ab 20 Uhr das Gesamtpaket vor.



BEGEGNUNG MIT DEN GÖTTINNEN

„Das letzte Abenteuer, die Überwindung aller Schranken und aller Ungeheuer, wird allgemein als die Hochzeit der triumphierenden Heldenseele mit der Göttin der Welt beschrieben. Das ist die Krise auf dem Tiefpunkt, dem Höhepunkt oder am äussersten Rande der Welt, im Mittelpunkt des Kosmos, im Allerheiligsten des Tempels oder in der Finsternis unserer Seele.“

Joseph Campell – Der Held mit den tausend Gesichtern


Ich habe den Titel -Begegnung mit den Göttinnen – aus dem o.g. Buch entnommen.
Die ausgestellten Bilder behandeln verschiedene Themen und konzentrieren sich auf die sakrale Weiblichkeit , Mythologie, archetypische Denkweisen und Gegenstände aus Tempeln und Bestattungen.
Das erste Thema behandelt das Mysterium des Lebens und als Teil dessen die Suche nach dem Sinn , verkörpert durch Göttinnen, einzige oder vielfältige – Quelle aller Dinge.
Mich interessiert besonders der spirituelle Vorgang des Fragens an den Schöpfer- die Quelle,
um Schöpfung kund zu tun - sei es am Beispiel reicher Ernte oder an einem Sieg im Krieg.
Es ist schwierig die Spiritualität des Göttlichen von den formalen Strukturen einer Religion loszulösen. Somit ist ein weiteres Thema die Dualität von Schöpfung und Zerstörung, die Teil unseres göttlichen Konzepts sind und die im Ausüben von Religion stattfindet.
Viele Göttinnen haben sowohl schöpferische als auch zerstörerische Kräfte, letztere werden z.B. verkörpert durch die schreckliche Wut des Kriegsgottes, die leben spendende Fruchtbarkeit von Venusfiguren , aber auch in den atemberaubenden Höhlenmalereien , Abbildungen von Menschenopfern oder Darstellungen auf denen die Göttinnen der First Nations , der Kelten , der Nordmänner ( Wikkinger) und Griechen verehrt werden.
Beim Betreten des Ausstellungsraumes soll der Betrachter sich fühlen als käme er in eine Art Tempel, in dem die weiblichen Göttinnen der Antike verehrt werden.
Aber die Figuren, die ich male sind Menschen von heute, die meiner Ansicht nach, die Charakteristiken alter Archetypen in unserer modernen Gesellschaft widerspiegeln.
Das Ziel meiner Arbeit ist die Zweiteilung der Geschlechter zu untersuchen und die Realität von männlicher Dominanz aufzuzeigen um so eine Veränderung von Verhalten zu bewirken und das Gleichgewicht zwischen weiblich und männlich herzustellen.
In Zeiten, in denen soziale Missstände und Ungleichheit herrschen wird in diesen Arbeiten das Weibliche erforscht und Veränderung gefeiert um so ein verloren gegangenes Bewusstsein wieder zu erwecken.
Es scheint , dass, unser gegenwärtiges System versagt und dass die Missstände in der Welt eine Ungleichgewichtigkeit zu Tage treten lassen, die die Essenz des Lebens zerstört.
Diese Ausstellung ist meiner Mutter Jay Mac Leod gewidmet – 1935 – 1977
Sie zu kennen hieß, sie zu lieben.

Scott MacLeod 2007

http://www.macleod9.com/