Uckermark Kurier - Templiner Zeitung / Artikel vom 07.06.2011





Zwei Amerikaner stellen in der Flößerstadt aus



Glenn Horvath (links) und Laura Pearsall sind beide Maler und haben sich in Lychen während der Ausstellungseröffnung getroffen. FOTO: Mk



Lychen (MK) - Derzeit zeigt die Galerie "Praxis Hagen" Arbeiten zweier Amerikaner: Präsent sind dort die Maler Glenn Horvath - er war zur Ausstellungseröffnung am vergangenen Sonnabend nach Lychen gekommen - und Claus Castenskiold. Die
Künstler "treffen" dort zum ersten Mal aufeinander, sagt Galerist Bert Holterdorf. "Beide verbindet nicht nur die Vorliebe für surrealistische Malerei,sondern auch, dass sie gleich alt sind und als Schlagzeuger in verschiedenen Bands spielen."

Holterdorf kennt Glenn Horvath, den gebürtigen Amerikaner, schon seit 20 Jahren aus gemeinsamen Zeiten in Leipzig. "Ich glaube, Glenn war nach der Wende der erste Amerikaner dort." Er habe mit 29 Jahren Lust verspürt, sich auf ein Abenteuer einlassen zu wollen, erklärt Glenn Horvath, warum er damals die USA verlassen hat. "Ich war sofort begeistert von Leipzig und entschlossen, dorthin wieder zurückzukehren." 2006 setzten er und seine Familie dies in die Tat um. Die persönliche Begegnung zwischen Claus Castenskiold, der in Los Angeles arbeitet, und Bert Holterdorf rührt aus einer Ausstellung über die britische Band "The Fall". "Zu sehen waren darin von 16 Künstlern - darunter Claus Castenskiold -- für die Band gestaltete Cover."

Über die in Lychen ausgestellten Arbeiten der beiden Künstler sagt Bert Holterdorf: "In intensiven Farben werden meist bunte Traumszenen, bizarre Figuren, Tiere und Menschen dargestellt. Doch die scheinbar dem Comic entsprungenen fröhlichen Sujets spielen auch mit dem Schrecken, der Panik und der Melancholie und entwickeln dabei einen skurrilen Humor." Eines der Bilder von Glenn Horvath, die in der Galerie zu sehen sind, ist in gewisser Weise mit einem Stück Mediengeschichte verbunden: Es war auf dem Titelbild einer "DAZ"-Ausgabe (Die Leipziger Andere Zeitung). Dabei handelte es sich um die erste unabhängige Wochenzeitung der DDR, die von Januar 1990 bis April 1991 erschienen ist.

Auf Glenn Horvath wartete zur Ausstellungseröffnung noch eine echte Überraschung: Auch seine Cousine, die Malerin Laura Pearsall, die er längere Zeit nicht gesehen hatte, war aus Berlin in die Flößerstadt gekommen. Ansehen kann man sich "2 Amis, Maler, Surrealisten" bis zum 3. Juli in der "Praxis Hagen", Stargarder Straße 22, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Zusätzliche Termine müssten telefonisch vereinbart werden.


Telefon: 039888 527745

© Nordkurier.de am 07.06.2011