Uckermark Kurier – Templiner Zeitung / 28.09.2010


Pariser Popart in Lychen zu sehen

von Felix Lange



Lychen. Galerist Bert Holterdorf entschied sich bei seiner zweiten Ausstellung in der Galerie „Praxis Hagen“ für einen Popart-Künstler der Extraklasse. Erstmalig schickte der in Paris lebende Franzose Pascal le Gras über seine Ehefrau Anne noch pinselfrische Acrylbilder auf Leinwand in kleinen und riesengroßen Formaten mit nach Lychen. In seiner ersten deutschen Einzelausstellung überzeugt der Maler, Designer, Videokünstler und Musiker mit grellen Farben, schemenhaft reduzierten Gestaltungen oder sich wiederholdenden Figuren, die den Betrachter auf eine Reise zum Nachdenken, Suchen und finden anregen.

Eine Geheimsprache der Formen und Formeln, ein geschlossenes System, plakativ und mit hohem Wiedererkennungswert. „Es gibt ganz viel zu entdecken. Wenn man länger verweilt, ziehen einen die Bilder an“, resümiert Sabine Werneke aus Tangersdorf. Der Templiner Bert Nix entdeckte Michael Jackson auf den quadratischen kleineren Bildern. Die Motive bleiben ein Rätsel und liegen beim Erkennen von Menschen, Tieren oder Szenen im Auge des Betrachters.

Galerist Bert Holterdorf ist stolz und glücklich, die Bilder von le Gras in seiner Galerist präsentieren zu können. „Begonnen hat das alles, als ich meine Schallplatten der englischen Band 'The Fall' mit dem Sänger Mark E. Smith in der Berliner Galerie 'Praxis Hagen' ausstellte, dessen Cover die Handschrift von Pascal le Gras trug.“ erzählt er. Daraufhin habe sich der französische Maler mit einem handgeschriebenen, persönlichen Brief bei ihm gemeldet. Ab Mai 2006 sei dann die Idee verwirklicht worden, in Berlin, London und Hamburg als Coverkünstler, die mit der Band „The Fall“ in Verbindung stehen, in einer Gruppenausstellung zu vereinen. Unter ihnen war natürlich auch Pascal le Gras. „Er ist der Einzige von allen, der immer all seine Werke verkauft hat“, verrät Bert Holterdorf.

Er habe bei den Ausstellungen erfahren, dass vor allem Kinder von den farbenfrohen Bildern angetan seien. „Kinder lassen sich schneller faszinieren als erwachsene und verfügen, genau wie der Künstler selbst, über ein multiples Sehen“, erklärt Ehefrau Anne und gibt preis, dass le Gras seine Bilder erst vorzeichne, jeden Tag ein Werk fertig stelle und seine Motive, die er schon vorher im Kopf habe, nacheinander abarbeite.

Der Künstler habe sechs Wochen lang unter Hochspannung für die Ausstellung in Lychen gearbeitet, sei dadurch aus seinem alltäglichen Rhythmus herausgekommen und habe deswegen auch den Abflug zu Vernissage am vergangenen Sonnabend verpasst.

Die Ausstellung ist noch bis Ende des Jahres in der Galerie „Praxis Hagen“ in der Stargarder Straße in Lychen im sonnabends von 16 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung zu betrachten.